Kfz-Sachverständigenbüro Wörner
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Neues

Notruf-App des GDV – Das trojanische Pferd für die schöne neue (rechtswidrige) Schadenswelt der Versicherer.

Hier ein Beitrag aus „Die Welt“, der zeigt, wie die Versicherer krampfhaft versuchen, das kommende E-Call System zu unterlaufen, nachdem der Zugriff auf dieses System bisher gescheitert ist. Wie jeder hier weiß, geht es den Versicherern mitnichten um die Rettung von Menschenleben, sondern ausschließlich darum, als erster den Unfallschaden abzugreifen (Schadensteuerung). Bei der „Notruf-App“ handelt es sich schlicht und ergreifend um einen weiteren Unfallhelferring-Baustein im Rahmen des rechtswidrigen Schadensmanagements vieler Versicherer. „Schadensmanagement-App“ oder „Verarschungs-App“ wäre wohl die zutreffende Bezeichnung für diese Mogelpackung. Und dass der Datenschutz durch die Versicherer gewährleistet sein soll, ist wohl ein besonders derber Aprilscherz? Die HIS-Datei ist ein typisches Beispiel dafür, wie sich „Datenschutz“ durch die Versicherer definiert.

Sofern sich die „Verarschungs-App“ ohne größeren Widerstand durch die Autofahrer etablieren sollte – wovon ich bei der derzeitigen Lethargie der Bevölkerung und „Geiz ist Geil-Mentalität“ leider ausgehe – kommt in der nächsten Ausbaustufe die totale Überwachung der Autofahrers durch komplette Aufzeichung bzw. Übertragung von Fahr- und Bewegungsprofilen an die Versicherung zur Einstufung des jeweiligen Individual-Risikos über die Blackbox. Entsprechende Systeme sind ja im Ausland bereits Realität. Stufe drei ist dann die zwangsweise Einführung dieses Systems durch überproportional hohe Preisaufschläge für Autofahrer, die nichts von einer totalen Überwachung ihres Tagesablaufes halten und deshalb keine Blackbox installieren wollen.

Die Strategie mit den horrenden Preisaufschlägen wird z.B. ja heutzutage auch mit der Fahrerergruppe unter 23 Jahren praktiziert und soll – wie man so hört – bald auch für die Senioren kommen. Leute, die also z.B. 40 Jahre lang unfallfrei gefahren sind und die Versicherer mit ihren Prämien fett gefüttert haben, sind dann plötzlich – ohne Grund – ein erhöhtes Risiko? Meiner Meinung handelt es sich hierbei u.a. um einen eklatanten Verstoß gegen das Grundgesetz (Menschenwürde, Gleichheitsgrundsatz, Sippenhaftung usw.).

Sofern sich Stufe 3 also tatsächlich ohne Widerstand etablieren sollte, bleibt den Menschen nur noch, auf Stufe 4 zu warten. Das selbstfahrende Auto in Perfektion (ohne Lenkrad). Das wird dann zwar auch (durch Verkehrsleitsysteme) total überwacht, aber nicht mehr durch die Versicherer. Denn ohne menschliches Risiko im Straßenverkehr wird auch die Kfz-Haftpflichtversicherung überflüssig. Das Unfallrisiko durch Systemfehler geht dann zu Lasten der Fahrzeughersteller.

Der Gedanke des Pflichtversicherungsgesetzes wird schon seit Aufhebung der 3-prozentigen Gewinngrenze durch den Gesetzgeber (Anfang der 90er Jahre – der Kohl-Regierung sei Dank) massiv durch die Versicherungswirtschaft unterlaufen und erfährt mit den geplanten Überwachungssystemen und entsprechender Individual-Tarifierung die völlige Abkehr vom ursprünglichen Grundgedanken der Kfz-Haftplichtversicherung als Versichertengemeinschaft. Deshalb besteht hier seitens des Gesetzgebers dringender Handlungsbedarf zur Umkehr bzw. zur Rückführung der Kfz-Haftpflichtversicherung in ein ruhiges Fahrwasser. Auch die Praxis der letzten 20 Jahre bei der rechtswidrigen Schadensregulierung vieler Versicherer hat eindeutig bewiesen, dass dem Gesetzgeber bei der Aufhebung der Gewinngrenze bei der Kfz-Haftpflichtversicherung ein schwerwiegender Fehler unterlaufen ist. Denn eines ist sicher; die Versicherungswirtschaft wird das exzessive Streben nach Gewinnmaximierung – auch gegen Recht und Gesetz – niemals aufgeben, sofern der Gesetzgeber hier nicht entsprechenden Einhalt gebietet. Dies gilt insbesondere bei Personenschäden, da dort meist das größte Einsparpotential pro Fall generiert werden kann. Entsprechende Beispiele streitiger Auseinandersetzungen gibt es ja zur Genüge – auch in den Medien. So viel zur angeblichen „Sorge“ der Versicherungswirtschaft um die Gesundheit der Verkehrsteilnehmer im Falle eines Unfallschadens.

Im Zusammenspiel von Fahrzeugbewegungsprofilen mit der geplanten Abschaffung des Bargeldes und der immer weiter fortschreitenden Totalüberwachung der gesamten Daten- und Mobilfunknetze – analog NSA – ist die Versklavung der gesamten Menschheit nur noch eine Frage der Zeit. Die Realität hat George Orwell schon lange eingeholt bzw. inzwischen von rechts überholt.

Quelle: Die Welt vom 31.03.2016

 

 

 

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